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Volkslieder sind authentische Zeugnisse von Sprache, Kultur und Tradition. Sie werden so genannt, weil sie von vielen Menschen gesungen werden, vom Volk. Die Einfachheit und Ehrlichkeit in dieser Musik und die Art und Weise, wie Geschichten transportiert werden, ist berührend. Früher wurden Volkslieder mündlich verbreitet: Jemand sang ein Lied vor, ein anderer lernte es. Sie waren also nicht an einen bestimmten Musiker oder Sänger gebunden.

Die meisten Volkslieder, die wir kennen, sind zwischen 150 und 250 Jahre alt. Viele sind im Rahmen gesellschaftlicher Umbrüche entstanden, einige aus Revolutionen erwachsen. Auf die Frage, wer die Texte und Melodien von Volksliedern hervorbringt, ist oft keine endgültige Antwort möglich. Kulturelle und regional typische Ausprägungen von Volksliedern können vielfältig sein. Dadurch, dass Volksmusik über das Gehör und durch Nachahmung weitergegeben wurde, befand sie sich in einem steten Prozess der Variation und Neuschöpfung.

Variation, Neuschöpfung, Spiel nach Gehör, Nachahmung, Wandel, Kreativität: Kernelemente nicht nur der Volksmusik, sondern auch des Jazz und der improvisierten Musik. So ist es mehr als naheliegend, dass die MusikerInnen des Kollektivs SONIQ – allesamt im weltoffenen Jazz des 21.Jahrhunderts verwurzelt – in ihrem aktuellen Projekt volksmusikalische Traditionen aufgreifen, wiederbeleben und neu erfinden.

In einer Zeit, in der Europa einerseits zusammenwächst, andererseits nationalstaatliches Denken wiedererstarkt, ist es SONIQ ein Anliegen, dass innereuropäische Kulturen intensiv kommunizieren, sich in vielschichtiger Form austauschen, miteinander sprechen, miteinander singen. Eine andere Sprache oder Lieder in einer anderen Sprache zu erlernen, bedeutet immer auch ein Sich-einfühlen in andere Traditionen, es setzt Empathie für Anderes voraus.

Als direkteste aller musikalischen und verbalen Kommunikationsformen wählen Soniq und seine Gäste für New Folk Songs die mündliche Tradierung: Ausgewählte norwegische und deutsche Volkslieder werden im Vorfeld und während der Proben durch gegenseitiges Vorspielen und Vorsingen erlernt, memoriert, weiterentwickelt, improvisatorisch verändert, neu arrangiert.

Die durch die Lieder vermittelten emotionalen und inhaltlichen Botschaften der jeweils anderen Kultur werden so in aller Unmittelbarkeit überbracht, entfallen doch die mit dem Notenlesen üblicherweise verbundenen kognitiven „Hindernisse“. Dies schafft die Voraussetzungen für intensivstes wechselseitiges Einfühlen. Sprache und Musik gelangen in ihrer Eigenschaft als essentielle Kulturtechniken für internationale Verständigung zur vollen Entfaltung.

Geplant sind Proben und Konzerte in Deutschland für Dezember 2021. Im Frühjahr 2022 folgen weitere im Rahmen einer Tournee durch Norwegen voraussichtlich an folgenden Spielorten: Victoria, National Jazzscene, Oslo / Cosmopolite, Oslo / Nattjazz Festival, Bergen / Dokkhuset Scene, Trondheim

Projektförderung durch:

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