+49 221 168 413 82 ed.cisum-qinos@ofni

NEW FOLK SONGS 2020/21

Volkslieder sind authentische Zeugnisse von Sprache, Kultur und Tradition. Sie werden so genannt, weil sie von vielen Menschen gesungen werden, vom Volk. Die Einfachheit und Ehrlichkeit in dieser Musik und die Art und Weise, wie Geschichten transportiert werden, ist berührend. Früher wurden Volkslieder mündlich verbreitet: Jemand sang ein Lied vor, ein anderer lernte es. Sie waren also nicht an einen bestimmten Musiker oder Sänger gebunden.

Die meisten Volkslieder, die wir kennen, sind zwischen 150 und 250 Jahre alt. Viele sind im Rahmen gesellschaftlicher Umbrüche entstanden, einige aus Revolutionen erwachsen. Auf die Frage, wer die Texte und Melodien von Volksliedern hervorbringt, ist oft keine endgültige Antwort möglich. Kulturelle und regional typische Ausprägungen von Volksliedern können vielfältig sein. Dadurch, dass Volksmusik über das Gehör und durch Nachahmung weitergegeben wurde, befand sie sich in einem steten Prozess der Variation und Neuschöpfung.

Variation, Neuschöpfung, Spiel nach Gehör, Nachahmung, Wandel, Kreativität: Kernelemente nicht nur der Volksmusik, sondern auch des Jazz und der improvisierten Musik. So ist es mehr als naheliegend, dass die MusikerInnen des Kollektivs SONIQ – allesamt im weltoffenen Jazz des 21.Jahrhunderts verwurzelt – in ihrem aktuellen Projekt volksmusikalische Traditionen aufgreifen, wiederbeleben und neu erfinden.

In einer Zeit, in der Europa einerseits zusammenwächst, andererseits nationalstaatliches Denken wiedererstarkt, ist es SONIQ ein Anliegen, dass innereuropäische Kulturen intensiv kommunizieren, sich in vielschichtiger Form austauschen, miteinander sprechen, miteinander singen. Eine andere Sprache oder Lieder in einer anderen Sprache zu erlernen, bedeutet immer auch ein Sich-einfühlen in andere Traditionen, es setzt Empathie für Anderes voraus.

Als direkteste aller musikalischen und verbalen Kommunikationsformen wählen Soniq und seine Gäste für New Folk Songs die mündliche Tradierung: Ausgewählte norwegische und deutsche Volkslieder werden im Vorfeld und während der Proben durch gegenseitiges Vorspielen und Vorsingen erlernt, memoriert, weiterentwickelt, improvisatorisch verändert, neu arrangiert.

Die durch die Lieder vermittelten emotionalen und inhaltlichen Botschaften der jeweils anderen Kultur werden so in aller Unmittelbarkeit überbracht, entfallen doch die mit dem Notenlesen üblicherweise verbundenen kognitiven „Hindernisse“. Dies schafft die Voraussetzungen für intensivstes wechselseitiges Einfühlen. Sprache und Musik gelangen in ihrer Eigenschaft als essentielle Kulturtechniken für internationale Verständigung zur vollen Entfaltung.

Geplant sind Proben und Konzerte in Deutschland für Dezember 2021. Im Frühjahr 2022 folgen weitere im Rahmen einer Tournee durch Norwegen voraussichtlich an folgenden Spielorten: Victoria, National Jazzscene, Oslo / Cosmopolite, Oslo / Nattjazz Festival, Bergen / Dokkhuset Scene, Trondheim

Projektförderung durch:

PERCUSSION 2019/20

Uralt ist sie. In den Mythos reicht sie zurück und ist zugleich Gegenstand desselben. Weit verbreitet ist sie. Ob Asien, Afrika, Europa, Nord- oder Südamerika: die Trommel war und ist auf fast allen Kontinenten zu finden. Perkussion verbindet die Weltteile, aber trennt sie auch durch den verschiedenen Gebrauch und die unendlich vielfältigen Formen der Instrumente. Zu trommeln bedeutet nichts anderes, als der fließenden Zeit eine Einteilung aufzuprägen. Egal, wo jemand geboren ist oder Musik hört, Schlaginstrumente sind überall präsent. PERCUSSION!

Das Projekt des Musikerkollektivs Soniq um Christina Fuchs, Jarry Singla und Ramesh Shotham ist eine Hommage an die Urgewalt der Rhythmen und Trommeln dieser Erde, an die Ursprünge der Musik. Dazu lädt Soniq zwei herausragende Musiker ein: Der Marokkaner Rhani Krija ist einer der gefragtesten internationalen Perkussionisten. Weltstars wie Sting, Dominic Miller oder Al Di Meola engagieren ihn für ihre Projekte.

Stefan Bauer, aus NRW stammender und seit langem in NYC lebender Vibraphonist und Marimbaspieler, ist in einem weiten Feld zwischen Tradition und Avantgarde aktiv. Er kooperierte mit Jazzgrößen wie Kenny Wheeler, Adam Nussbaum und Charlie Mariano.

Inhalt geblockt. Cookies von „Google Youtube“ sind nicht zugelassen.
Einstellung ändern? Klicke -> hier!

„ … grenzenlose Neugier … entfesselte Spiellust … statt akademischer Strenge lebt auf der Bühne viel Abenteuerlust auf Augenhöhe … Welt-Musiker von echter Weltklasse …“

Stefan Pieper

Jazzzeitung

Pressestimmen:

Welten kollidieren: Das Kollektiv Soniq mit Stefan Bauer und Rhani Krija in der Essener Zeche Carl

Soniq ist mehr als eine Band. Seit mittlerweile vier Jahren geht es Christina Fuchs (Saxofon), Jarry Singla (Piano) und dem indischen Perkussionistin Ramesh Shotam um das integrative Potenzial im Jazz. Aktuell nahmen die drei den gefragten marokkanischen Perkussionisten Rhani Krija und den Vibrafonisten Stefan Bauer in ihre Mitte. Das ist nicht nur für das Publikum aufregend, sondern auch für dieses Trio immer aufs neue lehrreich.

Ein spontanes Fazit von Christina Fuchs: „Indische Rhythmik ist mir durch die Zusammenarbeit mit Jarry Singla und Ramesh Shotam wohlvertraut. Die Strukturen aus dem Maghreb sind für mich aber eine ganz neue Erfahrung. Viele Metren und Zählzeiten verhalten sich hier fast gegenteilig.“

Das war in der Zeche Carl und zwei Tage später im Kölner Stadtgarten nur Ansporn, sich mit grenzenloser Neugier aufeinander einzulassen. Wenige Tage Proben, zuvor ein paar skizzenhaft per E-Mail ausgetauschte Ideen mussten reichen. Den Rest besorgte die entfesselte Spiellust auf der Bühne. Es bedurfte gar keiner einleitenden Worte zu Beginn des Sets.

Abenteuerlustiges Miteinander

Trommeln sind ja ursprünglich auch ein Kommunikationsmedium ohne Worte gewesen. Alle zusammen klatschen einen Rhythmus, in dem vermutlich eine sehr hohe, extrem ungerade Zahl das Metrum vorgeben würde. Aus rhythmischen Patterns werden melodische Texturen und spannende harmonische Zusammenklänge.

Dafür ist das Marimbafon des normalerweise in Brooklyn lebenden, aber aus dem Ruhrgebiet stammenden Stefan Bauer prädestiniert – so dass es manchmal fast an die Minimal Music eines Steve Reich erinnert. Aber statt akademischer Strenge lebt auf der Bühne viel Abenteuerlust auf Augenhöhe. Alle fünf haben eigene Stücke mitgebracht, die aber im Kontext dieses aktuellen Miteinanders ganz neu funktionieren.

Ein Stück von Jarry Singla, das auf einer Rumba aufbaut, die zu Anfang nur per Woodblock geschlagen wird, ist eine ebensolche Quelle für den fantasiegesättigten percussionlastigen Bandsound. „Worlds Collide“ ist eine erregte Nummer, welche Stefan Bauer zu Beginn des Balkan-Kriegs, als er sich selbst im damaligen Jugoslawien aufhielt, komponierte. Was für ein Glück, dass an diesem Abend in der Zeche Carl verschiedene Musikkulturen auf ganz andere, friedliche Weise „kollidieren“!

Marokkanische Klänge

Eine Art Komplementär zu Stefan Bauer ist Jarry Singla mit seiner faszinierend intuitiven Tastenkunst, in der Jazzidiome, asiatische Färbungen und auch subtile neutönerische Einflüsse zusammen kommen. Christina Fuchs spielt sich derweil auf ihren Hörnern in den Himmel hinein. Vor allem die Themen von Stefan Bauers Stücken geben ihrer Spiellust Nahrung. Die beiden Schlagwerker aus Indien und Marokko vereinen sich in 1001 Varianten zur brodelnden, präzisen Mechanik – manchmal in vollem Tutti, dann wieder reduziert auf eine einzige Handtrommel und Djembe und gerne in extrovertierten Duellen.

Rhani Krija, der zur echten Prominenz gehört und auch schon in der Band von Sting für den richtigen Beat sorgte, bringt viel aus seiner marokkanischen Heimatstadt Essaouria mit, als da wären die repetitiven Trance-Texturen der Gnawa-Musik. Folgerichtig greift er zur Gimbri, einer dreiseitigen Basslaute, dessen voluminöser Sound in der Zeche Carl eine Wonne für sich ist. Man fühlte sich auf Anhieb ins Gassengewirr der Medina dieser stimmungsvollen Stadt an der Atlantikküste versetzt…

Indische Insider

Indien ist ein großes musikalisches Thema an diesem Abend – kein Wunder bei so vielen auf der Bühne versammelten „Insidern“. Ramesh Shotam vokalisiert die Rhythmen mit der Stimme, eben so, wie es jeder klassische Trommler in Indien als Grundlage lernt.

Dazu spielt Jarry Singla das indische Harmonium, was immer irgendwie rituell klingt. Vokale Formen weiten sich zu hypnotischen Unisono-Linien, bringen diese „Welt-Musiker“ von echter Weltklasse erneut in Fahrt….

Stefan Pieper

Jazzzeitung

Photos Stefan Bauer Volker Beushausen und Jürgen Bindrim

Projektförderung durch:

AFRICA 2020

Inhalt geblockt. Cookies von „Google Youtube“ sind nicht zugelassen.
Einstellung ändern? Klicke -> hier!

Inhalt geblockt. Cookies von „Google Youtube“ sind nicht zugelassen.
Einstellung ändern? Klicke -> hier!

Soniq „Africa“ – Cuisine Acoustique: das deutsch-indische Musikerkollektiv SONIQ lud zum gemeinsamen Kochen ein – diesmal mit dem spektakulären afrikanischen Balafon-Spieler Aly Keita und Prince Moussa Cissokho, einem der grossen Koraspieler und Sänger aus dem Senegal.

Intuitiv und in gegenseitiger Bewunderung aller Unterschiede bauen das Soniq Trio und seine afrikanischen Gäste Klangbrücken zwischen den Musikkulturen, akustische Leckerbissen stehen auf dem Speiseplan. Zutaten aus den einzelnen Kulturen werden verarbeitet, traditionelle Aromen scheinen durch. Ziel ist es, etwas bis dato Ungeschmecktes, Eigenständiges, Frisches, per se Authentisches, jenseits aller Stereotype Stehendes zu kreieren.

Soniq „Africa“ : Haute Cuisine, die den Geist eines weltoffenen Miteinanders ausstrahlt, unbeeindruckt von allen aktuellen Tendenzen des erstarkenden Nationalismus und der Ausgrenzung von Menschen.

Projektförderung durch:

VOICES 2019

Inhalt geblockt. Cookies von „Google Youtube“ sind nicht zugelassen.
Einstellung ändern? Klicke -> hier!

Photos by Uwe Bräutigam

Auch bei dem Projekt „Voices“ diente die Begegnung mit unterschiedlichen Musikkulturen als „inspiratorischer Nährboden“. Die an den Soniq Projekten teilnehmenden Künstler:innen begeben sich in die Rolle von Reisenden, die sich durch ein fremdartiges kulturelles Umfeld zu eigenständigen künstlerischen Handlungen inspirieren lassen – nicht aber in die Rolle von Touristen, die an der Oberfläche einer anderen Kultur kratzen, um sich nach einer Reihe von Exotismus-Kicks wieder in ihr bewährtes kulturelles Umfeld zurückzuziehen.

Für „Voices“ konnte SONIQ die avantgardistische, in der ukrainischen Tradition verwurzelte Sängerin Mariana Sadovska, den marokkanischen Sänger und Multiinstrumentalisten Majid Bekkas sowie die indische Vokalistin Sandhya Sanjana gewinnen.

Projektförderung durch:

DANCE 2019/20

Inhalt geblockt. Cookies von „Google Youtube“ sind nicht zugelassen.
Einstellung ändern? Klicke -> hier!

Photos by Andreas Bartels

Um die künstlerischen Horizonte der Projekte zu erweitern und mehr als ein ‘traditionelles’ Konzertpublikum anzu­sprechen, konzipierte ­Soniq mit „Dance“ erstmals ein spartenübergreifendes Projekt. Dazu eingeladen wurden die südindische ­Bharatanatyam Tänzerin Meera Varghese und die zeitgenössische Tänzerin Benedetta Reuter, die im Spannungsfeld zwischen modernem Tanz und Improvisation ihren eigenen Stil entwickelt.

Projektförderung durch:

ORIENTAL STRINGS 2018/19

Photos by Andreas Schlottmann

Wenn man „Oriental Strings” bei Google eingibt, wird man von der populären App “Oriental Strings for iPad, iPhone und ähnliche Geräte” nahezu überschwemmt. Es handelt sich dabei um eine virtuelle Soundmodul-App für Keyboarder und Musiker, die einfach den “fernöstlichen Sound” in ihre Musik einarbeiten wollen.

Soniq’s  Projekt Oriental Strings im November 2018 ist jedoch keine App und es ist alles andere als virtuell: Es war real, akustisch und wirklich gespielte Musik. Zwei Virtuosen, einer davon aus dem Iran Kioomars Musayyebi (Santur), der andere aus Indien, Hindol Deb (Sitar) werden musikalisch auf das Musikerkollektiv Soniq treffen: Christina Fuchs (Saxophone, Klarinetten), Jarry Singla (Piano, Harmonium) und Ramesh Shotham (Percussion).

Eine Herausforderung, der sich diese Musiker gemeinsam gestellt haben, ist es, eine Brücke zwischen den verschiedenen musikalischen Welten zu bauen: einerseits die temperierte Stimmung des Pianos, konzipiert für westliche Harmonik; andererseits die Vierteltönigkeit der Santur und die Mikrotonalität der Sitar, beide originär für modale Musik angelegt. Saxophone und Klarinetten können sich beiden Genres in ihrer Spieltechnik anpassen, die Percussion legt in beiden das rhythmische Fundament.

Mit Oriental Strings verfolgte Soniq einmal mehr das visionäre Ziel, Elemente aus den unterschiedlichsten Kulturen so innovativ zusammenzuführen, dass eine hochaktuelle, authentische Musik entsteht. Die Künstlerinnen und Künstler der SONIQ Reihe begeben sich auf eine musikalische Schatzsuche, öffnen Klangräume, wagen Risiken und erweitern Horizonte.

Projektförderung durch:

Cookie Hinweis.
Weil wir auf dieser Website zu Videos z.B. auf YouTube verlinken, setzt Google automatisch „statistische Cookies“ und „3rd-Party-Cookies“. Hier hast Du die Wahl, ob Du neben technischen Cookies auch die anderen Cookies zulassen möchtest. Unser „technisches Cookie“ merkt sich dann die Einstellung.
Infos –> Datenschutzseite.